Solange »Sonja« Pierre gestorben

Die dominikanisch-haitianische Menschenrechtlerin erlag einem Herzinfarkt

Im Alter von 48 Jahren ist am 4. Dezember in der dominikanischen Hauptstadt Santo Domingo Sonja Pierre an den Folgen eines Herzinfarktes gestorben. Die Menschenrechtlerin hatte die Frauengruppe Movimiento de Mujeres Dominico-Haitiano (Mudha) gegründet

von Hans-Ulrich Dillmann, Latin@rama, 6. Dezember 2011

Bereits im Alter von 13 Jahren organisierte Pierre Streiks haitianischer Zuckerrohrarbeiter und wurde deswegen nach Haiti deportiert, das Nachbarland der Dominikanischen Republik auf der zweitgrößten Karibikinsel Hispaniola. Für ihr Engagement wurde sie immer wieder inhaftiert, mehrmals musste sie aufgrund von Todesdrohungen vorübergehend das Land verlassen.

Bereits im Alter von 13 Jahren organisierte Pierre Streiks haitianischer Zuckerrohrarbeiter und wurde deswegen nach Haiti deportiert, das Nachbarland der Dominikanischen Republik auf der zweitgrößten Karibikinsel Hispaniola. Für ihr Engagement wurde sie immer wieder inhaftiert, mehrmals musste sie aufgrund von Todesdrohungen vorübergehend das Land verlassen.

2003 wurde die Mutter von zwei Mädchen und zwei Jungen von der US-Sektion von Amnesty International mit dem Human Rights Ginetta Sagan Fund Award ausgezeichnet. Für ihre Arbeit erhielt sie 2006 den Robert F. Kennedy Human Rights Award und 2010 verlieh ihr der damalige haitianische Präsident René Préval den Ritterorden »Honor and Merit« für Verdienste für das haitianische Volk. In den USA überreichten ihr im gleichen Jahr Außenministerin Hillary Clinton und First Lady Michelle Obama den »International Woman of Courage Award«.

Montag und Dienstag nahmen Familienangehörige, FreundInnen, MitstreiterInnen, die dominikanische Linke, Persönlichkeiten der öffentlichen Lebens und Vertreter von internationalen Organisationen Abschied von der Verstorbenen. Die haitianische Botschaft in Santo Domingo hatte eine dreitägige Trauer erklärt und die Fahne des Landes auf  Halbmast gesetzt. Am Mittwoch wird sie in ihrer Heimatstadt Villa Altagracia auf dem Friedhof des Batey Lecheria, eine Siedlung von haitianischen Einwanderern, beigesetzt.

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