Ruhiger Wahlablauf

In der Dominikanischen Republik haben die Präsidentschaftswahlen begonnen

Regenschauer verhindern eine massive Wahlbeteiligung am Morgen, Parteien werfen sich gegenseitig vor, Personalausweise von Parteigegnern zu kaufen, um sie an der Wahl ihres Kandidaten zu hindern

Von Hans-Ulrich Dillmann, 20. Mai 2012, 11 Uhr Ortszeit

Jacqueline Malagón

Jacqueline Malagón ist zufrieden mit dem bisherigen Verlauf der Abstimmung über den künftigen Staatschef der Dominikanischen Republik. Seit sechs Uhr morgens verfolgt die ehemalige Erziehungsministerin in den Jahren 1991 bis 1995, als noch der autokratisch regierend Joaquín Balaguer an der Macht war, zusammen mit ihrem Kollegen Luís Scheker Ortíz den Wahlverlauf für die Nichtregierungsorganisation Participación Ciudadana. »Die Wahllokale haben pünktlich geöffnet«, betont Malagón. Sie hat in den letzten Jahren unter anderem auch für die Zentrale Wahlbehörde, Junta Central Electoral (JCE), die Parlaments- und Präsidentschaftswahlen überwacht. »Ich verstehe meine Arbeit als ein Dienst der Demokratisierung meines Landes.«

Luís Scheker Ortíz

»Uns geht es darum, den objektiven Ablauf der Wahl zu garantieren und dies als nicht-staatliche Organisation zu beobachten“, betont auch Scheker, er war unter dem Sozialdemokraten Jorge Blanco von 1982 bis 1986 Sportminister, ist aber heute kein Parteimitglied mehr.

Malagón und Scheker ziehen seit dem Beginn der Abstimmung von einem Wahllokal zum anderen, befragen die Mitglieder des Wahlbezirks, ob sie pünktlich geöffnet und alles Material hatte, ob unzulässige Wahlpropaganda im Lokal betrieben wird – »was immer wieder geschieht«, wie Scheker findet –, und ein ruhiger Ablauf garantiert ist. »Bisher läuft alles ruhig und zivilisiert«, bescheinigt das Mitglied der Akademie der Wissenschaften den Wählern.

Malagón und Scheker ziehen seit dem Beginn der Abstimmung von einem Wahllokal zum anderen, befragen die Mitglieder des Wahlbezirks, ob sie pünktlich geöffnet und alles Material hatte, ob unzulässige Wahlpropaganda im Lokal betrieben wird – »was immer wieder geschieht«, wie Scheker findet –, und ein ruhiger Ablauf garantiert ist. »Bisher läuft alles ruhig und zivilisiert«, bescheinigt das Mitglied der Akademie der Wissenschaften den Wählern.

Allerdings beschuldigen sich die Vertreter der beiden größten Parteien PRD und PLD gegenseitig, Personalausweise von Parteigegnern zu kaufen, um diese am Urnengang und damit an der Wahl ihres Kandidaten zu hindern. Besonders in den Armenviertel des Landes ist diese Form des Zusatzverdienstes beleibt. Seit Wochen haben die Parteien mithilfe der Wahllisten, die die Junta Central Electoral den Parteien zur Verfügung stellt, sichere Parteianhänger von möglichen Sympathisanten des Gegners ausgemacht und wissen, mehr oder minder, wie die Stimmung im Land und die möglichen Voten sind. Jetzt, so kritisieren unter anderem auch Mitglieder Participación Ciudadana nutzen sie diese Informationen, um mit Geldzahlungen den politischen Gegner an der »Abgabe seiner Stimme zu hindern«. Zwischen 500 bis 1.500 dominikanische Peso (umgerechnet 10 bis 30 Euros) werden dafür bezahlt, dass der Wahlberechtigte seinen Personalausweis abgibt, ohne den er nicht Wahlen kann.

Juan Lora ist extra in das koloniale Zentrum von Santo Domingo gekommen, um in der »Mädchenschule Salomé Ureña« seine Stimme abgegeben. Der 55-jährige Mediziner wohnt zwar schon lange nicht mehr in der Zona Colonial, ist dort aber immer noch gemeldet. Mit dem Meldegesetz nehmen es die Dominikaner nicht so genau. »Ich nehme meine patriotisch Pflicht war“, betont Lora. »Ich werde für die beste Wahl stimmen, die das Land hat«, versichert Lora und gibt nach einigem Zögern seine Präferenz unter den Kandidaten: die Partei der Dominikanischen Befreiung (Partido de la Liberación Dominicana – PLD).

6,5 Millionen Einwohner sind wahlberechtigt, davon 3.294.064 Frauen (50,6 %) und 3.208.904 Männer (49,4 %).

Um das höchste Staatsamt und die Vizepräsidentschaft bewerben sich:

Danilo Media, Vize Margareta Cedeño de Fernández für die Partido de la Liberación Dominicana – PLD;

Hipólito Mejía, Vize Luis Abinader für die Partido Revolutionario Dominicano – PRD,

Max Puig, Vize Luz Maria Abreu für die Alianza por la Democracia – APD;

Julián Serulle, Vize Fidel Santana für die Frente Amplio – FA;

Eduardo Esrella, Vize Fauntly Garrido für die Dominicanos por el Cambio – DxC;

Guillermo Moreno, Vize Chiqui Vicioso für die Alianza País – AlPaís.

Mit einem halbwegs zuverlässigen Zwischenergebnis wird vor Mitternacht gerechnet. Sollte keiner KandidatInnen die notwendige Mehrheit von 50 Prozent plus einer Stimme erhalten, wird es am 24. Juni zu einem zweiten Wahlgang zwischen den beiden Erstplatzierten kommen.

Zurück