Aus für Gottes Lautsprecher

Nebensachen – Bislang waren die karibischen Inseln fest in der Hand von Jesus

Die vermeintliche Rettung wird aus zwei riesigen Musikboxen im hinteren Teil des gut besetzten Minibusses verkündet. »Bereue, das Jüngste Gericht naht«, dröhnt ohrenbetäubend die Musikkonserve auf dem Weg vom Badeort Boca Chica in die dominikanische Hauptstadt Santo Domingo.

von Hans-Ulrich Dillmann, die tageszeitung, 24. Dezember 2012

Im Rhythmus eines landestypischen Merengue werden göttliche Liebe, seelische Errettung und ein gottesfürchtiges Leben besungen: »Jesus liebt dich!«, heißt die Botschaft an alle, die mitfahren. Derweil rast der Fahrer lauthals mitsingend wie von tausend Teufeln verfolgt über die Autobahn, mal links, mal rechts überholend. Auf dem Rückfenster des Fahrzeugs prangt der hoffnungsvolle Spruch: »Egal was passiert, Gott ist an meiner Seite.« Bei so viel Gottvertrauen ist es nur gut, wenn auch die Passagiere einen »guten Schutzengel« haben.

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Das Gift des Rotfeuerfischs

Nebensachen – Der Red Lionfish frisst den Fischern den Fang weg

Garfene Grandison weiß, wie man an das weiße Fleisch des Rotfeuerfischs nach dem Fang kommt: Ein kurzer Schlag auf den Fischkopf, rät die Kochjournalistin der jamaikanischen Tageszeitung The Gleaner ihren Lesern, danach »fixiert man den Kopf mit einer Zange«, schneidet ihn und die Stachelflossen ab, dann könne man ihn einfach filetieren.

Von Hans-Ulrich Dillmann, die tageszeitung, 19. November 2012

Aber Vorsicht, warnt Grandison, die stacheligen Rückenflossen können auch noch eine Stunde nach dem Tod ein für Menschen unangenehmes, gefährliches und bei falscher Behandlung sogar tödliches Gift übertragen.

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Premiere am Popocatépetl

Mexiko – Die Limmud-Bewegung richtet ihr erstes Lerntreffen in Mittelamerika aus

Der Anfang ist gemacht. Einen Tag lang trafen sich in Mexiko-Stadt 230 jüdische Jugendliche zu »Limud Mexico«, einer jüdischen Lernbewegung, die jetzt auch in Mittelamerika Fuß gefasst hat.

von Hans-Ulrich Dillmann, Jüdische Allgemeine, 15. November 2012

»Wir wollen über uns als Juden sprechen und unabhängig von unserer religiösen Ausrichtung von- und miteinander lernen«, sagt Renato Huarte Cuéllar, der Direktor von Limud Mexico. »Das haben wir erreicht.«

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Versuchter Lynchmord an zwei homosexuellen Studenten

Jaimaka – Mob und Wachmänner in der Universität verprügeln Opfer. Neue Debatte über Homo-Hass

Auf der Karibikinsel Jamaika hat eine Menschenmenge versucht, zwei angeblich homosexuelle Männer zu lynchen.

von Hans-Ulrich Dillmann, die tageszeitung, 7. November 2012

Auf dem Gelände der University of Technology (UTech) von Papine, einem Vorort der Hauptstadt Kingston, waren zwei Studenten nach Augenzeugenberichten, die die jamaikanische Tageszeitung The Gleaner zitierte, am vergangenen Donnerstagabend gegen acht Uhr auf der Toilette angeblich bei »homosexuellen Handlungen« erwischt worden.

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Katastrophen als Türöffner

Kommentar: Über die Folgen des Hurrikans »Sandy« auf Haiti

Haiti-Experten warnen schon seit langem, jede weitere Naturkatastrophe werde die »humanitäre Situation»« des Landes verschärfen. Nichts – oder wenig – ist passiert.

von Hans-Ulrich Dillmann, die tageszeitung, 5. November 2012

Haiti lebt schon seit Jahrzehnten am Rande einer humanitären Katastrophe. Politische Gewalt, Erdbeben, Cholera und Armut. Billige Lebensmittel gibt es schon lange nicht mehr. Die Preise für Grundnahrungsmittel wie Reis und Bohnen sind durch die Billigimporte aus den USA ins Bodenlose gesunken, der Eigenanbau lohnt sich nichtmehr.

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Nach dem Wirbelsturm: »Schäden wie noch nie«

Karibik – In Jamaika, der Dominikanischen Republik, Haiti und Kuba hat »Sandy« viele Äcker zerstört

Knapp eine Woche nachdem der Wirbelsturm »Sandy« die Karibik passiert hat, wird das wirkliche Ausmaß seiner Zerstörungen sichtbar. Mehr als 70 Menschen starben bei den tagelangen Unwettern.

von Hans-Ulrich Dillmann, die tageszeitung, 5. November 2012

In Jamaika, der Dominikanischen Republik, Haiti und Kuba wurden große Teile der landwirtschaftlichen Nutzfläche zerstört. Allein in Haiti starben mindestens 54 Personen, ein Dutzend wird noch vermisst.

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Kreuzweise

Judenhass – Die katholische Kirche und ein dubioser Onlinedienst

Das Weltbild der Macher der Website kreuz.net ist eindeutig: Juden sind »Privilegien-Bürger«, sie dürfen sich nämlich alles erlauben, werden hofiert und subventioniert – nicht nur von der Politik, sondern auch von jenen Mitgliedern der katholischen Kirche, die die wahre Glaubenslehre verwässert haben.

von Hans-Ulrich Dillmann, Jüdische Allgemeine, 1. November 2012

Auch Homosexuelle sind den Betreibern von kreuz.net ein Ärgernis, »Kotstecher« werden sie genannt. Während kreuz.net sich selbst als verfolgte Unschuld sieht: Gegnern von Schwulen und Lesben drohe »eine ähnliche Behandlung wie den Juden in Nazi-Deutschland«, heißt es. Jüngst gerieten die Hassprediger in die Schlagzeilen, weil sie zum Tode des Kölner Kabarettisten Dirk Bach titelten: »Jetzt brennt er in der ewigen Homo-Hölle«.

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Interpol statt Weltuntergang

Sektenführer Peter Brunck

Seit den 90ern lebt der Sektenführer Peter Brunck in der Dominikanischen Republik. Auf ihrem Anwesen warten er und seine Jünger auf die Ankunft von Ufos. Stattdessen klingelt die Polizei – Brunck und seine Anhänger greifen zu den Waffen. Ein Deutscher wird getötet.

von Hans-Ulrich Dillmann, Financial Times Deutschland, 18. Oktober2012

Für dieses Jahr hatte Sektenführer Peter Brunck seinen Anhängern eine Riesenkatastrophe angekündigt. Von Ufos hatte der Chef der »Akademie für zukünftige Gesundheit« (Academy for Future Health – AFFH) schwadroniert, und dass »sich der Planet Erde seiner Vervollkommnung« nähern würde.

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VENEZUELA – Hass im Wahlkampf

Hugo Chávez wirft seinem Gegenkandidaten die jüdische Herkunft vor

Venezuela gleicht derzeit einem politischen Hexenkessel. Nach 14 Jahren als Staatspräsident strebt Hugo Chávez am 7. Oktober seine dritte Amtszeit in dem lateinamerikanischen Land an, um die »Bolivarische Revolution« fortzusetzen.

von Hans-Ulrich Dillmann, Jüdische Allgemeine, 27. September 2012

Aber der linkspopulistische Autokrat kämpft nicht nur gegen eine schwere Krebserkrankung, die ihn seit zwei Jahren zu mehreren Chemotherapien gezwungen hat, sondern auch gegen eine ständig wachsende Opposition, die nicht mehr an die vollmundigen Versprechungen des Ex-Militärs und selbsternannten »Commandante« von einer »gerechten Gesellschaft« glaubt: Inflation, Wohnungsnot, Lebensmittelpreise und die Arbeitslosigkeit haben sich sogar erhöht.

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Dudus, Bruce und die Dons

Organisiertes Verbrechen und Politik in Jamaica

Jamaicas most wanted man sitzt auf Nummer Sicher in einem Hochsicherheitsgefängnis des Staates New York und dies wohl für die nächsten zwei Jahrzehnte.

von Hans-Ulrich Dillmann, ila 358 »50 Jahre Jamaica«, September 2012

Im Juni dieses Jahres wurde Michael Christopher Coke, alias Paul Christopher Scott, alias Presi, alias General, alias President, alias Dudus, alias Shortman – der Pate von Jamaica – vor dem US-Bundesgericht der Millionenmetropole nach wochenlangem Prozess wegen Mordes, schweren Drogenhandels in den USA und illegaler Waffengeschäfte zu insgesamt 23 Jahren Gefängnis verurteilt. Danach, so hat das Gericht festgestellt, darf der Chef der Shower Posse-Bande – der Name soll sich von Kugelhagel ableiten – in seine Heimat Jamaica zurückkehren.

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»Sista P.«

Die jamaicanische Premierministerin Portia Simpson-Miller

Nachdem Portia Simpson-Miller, die Spitzenkandidatin der sozialdemokratischen Nationalen Volkspartei (People's National Party – PNP), in der Nacht des 29. Dezember 2011 die rivalisierende konservative Jamaicanische Arbeiterpartei (Jamaican Labour Party – JLP) vom Regierungsthron gestürzt hatte, machte die 66-Jährige in den folgenden Tagen zwei schier revolutionäre Ankündigungen.

von Hans-Ulrich Dillmann, ila 358 »50 Jahre Jamaica«, September 2012

Sie könne sich vorstellen, verkündete die neue Chefin der drittgrößten Karibikinsel, Schwule und Lesben in ihr Kabinett zu berufen. »Ich habe keine Probleme, Homosexuelle in gewisse Führungspositionen zu berufen, sofern sie für diesen Posten qualifiziert sind.«

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Der Papá kommt nicht zurück

Dominikanische Republik – Sozialdemokrat Mejía verpasst die Rückkehr an die Macht

Die Partei der Dominikanischen Befreiung (PLD) sonnt sich in der erfolgreichsten Ära ihrer Geschichte. Zum dritten Mal infolge schaffte sie es bei den Präsidentschaftswahlen am 20. Mai, ihren Bewerber mit absoluter Mehrheit im ersten Wahlgang durchzusetzen.

von Hans-Ulrich Dillmann, Lateinamerika Nachrichten Nr. 456, 1. Juni 2012

Ihr Kandidat Danilo Medina vermochte so Revanche gegen den Sozialdemokraten Hipólito Mejía zu nehmen, der ihn 2000 noch in die Schranken verwiesen hatte. Die Frustration über die prekäre soziale Lage vieler Bewohner_innen schlug sich in einer hohen Wahlenthaltung von 31 Prozent nieder, während die gespaltene Linke unter ferner liefen abschnitt.

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Verlierer stellen Ausgang der Wahlen infrage

Dominikanische Republik: Danilo Medina wird neuer Staatspräsidentschaft

Der Spitzenkandidat der regierenden Partei der Dominikanischen Befreiung (PLD), Danilo Medina, hat nach Auszählung von fast 100 Prozent der Wahllokale etwas mehr als 51 Prozent der gültigen Stimmen erhalten.

Von Hans-Ulrich Dillmann, Santo Domingo, 21. Mai 2012

Die regierende Partido de la Liberación Dominicana (PLD) stellt auch in den nächsten vier Jahren den Staatspräsidenten. Der Spitzenkandidat der Partei, Danilo Medina, kommt nach Auszählung in 99,1 Prozent der Wahllokale auf etwas mehr als 51 Prozent der gültigen Stimmen. Allerdings verdankt er seine Mehrheit einem Bündnis mit 14 anderen Parteien. Alleine kommt die PLD nur auf 37,5 Prozent. Vizepräsidentin wird die First Lady des Landes, Margarita Cedeño de Fernández. Ihr Mann, der derzeitige Staatschef, Leonel Fernández, durfte nach zwei Amtsperioden nicht mehr kandidieren. Medina tritt sein Amt am 16. August an.

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Ruhiger Wahlablauf

In der Dominikanischen Republik haben die Präsidentschaftswahlen begonnen

Regenschauer verhindern eine massive Wahlbeteiligung am Morgen, Parteien werfen sich gegenseitig vor, Personalausweise von Parteigegnern zu kaufen, um sie an der Wahl ihres Kandidaten zu hindern

Von Hans-Ulrich Dillmann, 20. Mai 2012, 11 Uhr Ortszeit

Jacqueline Malagón ist zufrieden mit dem bisherigen Verlauf der Abstimmung über den künftigen Staatschef der Dominikanischen Republik. Seit sechs Uhr morgens verfolgt die ehemalige Erziehungsministerin in den Jahren 1991 bis 1995, als noch der autokratisch regierend Joaquín Balaguer an der Macht war, zusammen mit ihrem Kollegen Luís Scheker Ortíz den Wahlverlauf für die Nichtregierungsorganisation Participación Ciudadana. »Die Wahllokale haben pünktlich geöffnet«, betont Malagón.

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Kopf-an-Kopf-Rennen

Die DominikanerInnen wählen den neuen Präsidenten

Der nächste Staatschef wird entweder ein Sozialdemokrat oder ein Vertreter der neoliberalen Befreiungspartei

von Hans-Ulrich Dillmann, 19./20. Mai 2012

In der Dominikanischen Republik sind am Sonntag (20. Mai) rund 6,5 Millionen stimmberechtigte BürgerInnen aufgerufen, den neuen Präsidenten des Landes zu wählen. Der bisherige Amtsinhaber Leonel Fernández von der Partei der Dominikanischen Befreiung (Partido de la Liberación Dominicana – PLD) darf aus Verfassungsgründen nicht wieder kandidieren. Die Nachfolge soll ein ehemaliger Weggefährte, Minister seines Kabinetts und Mitglied des Zentralkomitees seiner Partei antreten, der 60 Jahre alte Ökonom Danilo Medina. Um das Amt der Vizepräsidentin bewirbt sich für die Morados, mit den lila Fahnen, die Frau von Fernández, Margarita Cedeño de Fernández (44).

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Sozialdemokrat Mejia will an die Macht zurück

Kopf-an-Kopf-Rennen bei den Präsidentschaftswahlen in der Dominikanischen Republik

Bei den Präsidentschaftswahlen in der Dominikanischen Republik am Sonntag wird mit einem knappen Ausgang gerechnet. Das Duell lautet wie 2000 Danilo Medina gegen Hipólito Mejía, der ihn 2000 deutlich geschlagen hat.

von Hans-Ulrich Dillmann, Neues Deutschland, Die Tageszeitung, 19. Mai 2012

David gegen Goliath. Bei seinem Kampf um das Präsidentenamt der Dominikanischen Republik scheut sich Sozialdemokrat Hipólito Mejía nicht vor biblischen Vergleichen. Der Spitzenkandidat der oppositionellen Dominikanischen Revolutionären Partei (PRD) will die regierende Partei der dominikanischen Befreiung (PLD) nach zwei Amtsperioden aus dem Regierungspalast vertreiben. Er kämpfe gegen einen Gegner, der den Staatsapparat und öffentliche Mittel einsetze, um sich die Macht für weitere vier Jahre zu sichern.

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»So was haben wir noch nie erlebt«

Die dominikanische Wahlbeobachtergruppe Participación Ciudadana fühlt sich von der Wahlbehörde behindert

Die Dominikanische Republik steht am 20. Mai vor Präsidentschaftswahlen. Der derzeitige Staatschef, Leonel Fernández Reyna von der Partei der dominikanischen Befreiung (Partido de la Liberación Dominicana – PLD), darf nach zwei Amtsperioden nicht mehr kandidieren.

von Hans-Ulrich Dillmann, 8. Mai 2012

Ein Mitglied des PLD-Zentralkomitee, Danilo Medina, der über Jahre Chef des Präsidentschaftsamtes war, will ihm beerben und der Partei weitere vier Jahre an der Macht bescheren. Als Kandidatin für das Amt des Vizepräsidenten hat er die Gattin von Leonel, Margarita Cedeño de Fernández, erkoren. Politische Beobachter gehen davon aus, dass diesmal Medina das Rennen gegen seinen Konkurrenten von der sozialdemokratischen Dominikanischen Revolutionären Partei (Partido Revolutionario Dominicano – PRD), Hipólito Mejía, macht.

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Das unwürdige Spiel um die Regierung ist nicht zu Ende

Haiti – Mit großer Mehrheit wird Außenminister Lamothe zum neuen Premier des Landes bestellt

Haiti hat wieder einen neuen Premierminister. Zehn Wochen nach dem Rücktritt von Garry Conille beerbt der bisherige Außenminister Laurent Lamothe seinen früheren Kabinettschef, der die Regierung kommissarisch geleitet hatte.

Von Hans-Ulrich Dillmann, die tageszeitung (taz), Berlin, 7. Mai 2012

Nach dem Senat stimmten am Freitag in der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince 62 der 99 Parlamentsmitglieder der Ernennung des 39-Jährigen zu. Die politische Krise ist damit jedoch noch nicht ausgestanden. Lamothe muss jetzt sein Kabinett besetzen und ein Regierungsprogramm ausarbeiten. Beides muss erneut die Zustimmung des Parlaments finden. Ein schwieriges Unterfangen, denn in den beiden Kammern verfügt Staatspräsident Michel Martelly über keine parlamentarische Mehrheit.

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PESSACH – Frei per Gesetz

Juden in Argentinien bekommen an religiösen Feiertagen zusätzlich bezahlten Urlaub

Davon können Juden in Deutschland und Europa nur träumen. In Argentinien haben jüdische Staatsbürger an Pessach vier Tage frei, während ihre Kollegen arbeiten müssen. Insgesamt kommen argentinische Juden auf sieben zusätzliche arbeitsfreie Tage – gesetzlich geregelt und bezahlt.

Von Hans-Ulrich Dillmann, Jüdische Allgemeine, Berlin, 8. April 2012

»Wir sind sehr zufrieden mit der Feiertagsregelung«, sagt Débora Kott, Justiziarin und Direktorin der juristischen Abteilung des Dachverbandes der jüdischen Gemeinden in Argentinien (DAIA). Das Gesetz ist eindeutig: »Arbeitsfrei ist für alle Einwohner Argentiniens, die sich zur jüdischen Religion bekennen, am jüdischen Neujahrsfest (Rosch Haschana) zwei Tage, am Versöhnungstag (Jom Kippur) einen Tag und am Pessachfest die ersten beiden und die letzten beiden Tage.«

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Staatsakt mit Juan Gelman

Uruguay gedenkt der Opfer der Militärdiktatur

Uruguay hat sich mit einem Staatsakt für die Verbrechen während der Militärdiktatur (1973–1985) bei den Opfern entschuldigt. Anlass für das ungewöhnliche Schuldbekenntnis ist ein Urteil des Interamerikanischen Menschenrechtsgerichtshofes, der Uruguay im »Fall Gelman« zur Wiedergutmachung verurteilt hatte.

Von Hans-Ulrich Dillmann, Jüdische Allgemeine, Berlin, 29. März 2012

Juan Gelman ist ein bekannter jüdisch-argentinischer Schriftsteller und Journalist. Im Jahr 1976 wurden seine damals 19-jährige Tochter Nora und der 20-jährige Sohn Marcelo entführt und ermordet. Gelmans schwangere Schwiegertochter Maria Claudia Iruretagoyena, damals 19 Jahre alt, wurde nach Uruguay verschleppt.

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»Wir dürfen nicht scheitern«

CDU-Innenminister von Sachsen-Anhalt

Holger Stahlknecht über V-Leute, die Innenministerkonferenz und ein neues NPD-Verbotsverfahren

von Hans-Ulrich Dillmann, Jüdische Allgemeine, 22. März 2012

Herr Minister, an diesem Donnerstag beraten die Innenminister der Länder und des Bundes bei einer Sonderkonferenz den neuen Anlauf für ein NPD-Verbot. Wann endlich rechnen Sie mit einem Verfahren?

Ich möchte erreichen, dass wir zum 1. April die V-Leute in den Führungsgremien der NPD abschalten und im selben Moment mit einer Materialsammlung beginnen, um klare Fakten dafür zu finden, dass und wie sich die NPD außerhalb der Verfassung bewegt. Das wird gut ein halbes Jahr dauern. Danach wird über den Start eines neuen Verfahrens entschieden.

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Argentinien gedenkt

Bei einem Terroranschlag starben 29 Personen

20 Jahre nach dem Anschlag auf die israelische Botschaft in Buenos Aires sind die Täter noch nicht gefäßt und viele Fragen offen

von Hans-Ulrich Dillmann, Jüdische Allgemeine, 22. März 2012

Dem israelischen Diplomaten Danny Carmon hat sich der 17. März 1992 für immer in sein Gedächtnis eingebrannt. Um 14.42 Uhr sprengte sich ein Selbstmordattentäter vor der israelischen Botschaft in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires in die Luft. Das Botschaftsgebäude, eine katholische Kirche und eine Schule wurden völlig zerstört. 29 Menschen, vier Diplomaten und 25 argentinische Zivilisten starben, 242 Personen wurden verletzt.

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Tod des Patriarchen

Der Wischnitzer Rebbe wurde 95 Jahre alt

In Bnei Brak trauern Chassiden um den verstorbenen Rebben Moshe Yehoshua Hager

von Hans-Ulrich Dillmann, Jüdische Allgemeine, 22. März 2012

Die Emotionen schlugen hoch in Kiryat Vishnitz. Einige Dutzend Männer wurden im Gedränge vor dem Zentrum der Wischnitzer Chassiden verletzt, andere mussten ohnmächtig weggetragen werden, als die Nachricht vom Tod des geistigen Führers in dem Teil der israelischen Stadt Bnei Brak bekannt wurde, wo viele seiner Anhänger leben.

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Und nochmal von vorne

Haitis Ministerpräsident tritt zurück

Nach einer langen Suche wurde Garry Conille Ministerpräsident von Haiti. Wegen eines Streits über seine Staatsbürgerschaft ist er nach nur vier Monaten zurückgetreten.

von Hans-Ulrich Dillmann, die tageszeitung, 26. Februar 2012

Nach nur vier Monaten Amtszeit ist Haitis Ministerpräsident Garry Conille am Freitag überraschend zurückgetreten. Wenige Stunden später hätte er dem Senat und Abgeordnetenhaus anhand seiner Ausweispapiere nachweisen sollen, dass er nur die haitianische Staatsbürgerschaft hat.

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Im Paradies für Schwanzfixierte

Nebensachen aus Jamaika

Ein Rundgang über das Berggelände von Mountambrin Theater and Gallery Garden im Süden der Reggaeinsel

Hans-Ulrich Dillmann, die tageszeitung, 20. Februar 2012

Der Blick vom Aussichtsturm auf dem Mount Tambrin ist atemberaubend. Bei wolkenlosem Karibikhimmel kann der Besucher aus dem Fenster der aus Kalkstein gemauerten engen Konstruktion das Auge über die grüne Insel Jamaika schweifen lassen. So beeindruckend die Fernsicht aber ist, Mount Tambrin zieht manchen durch ganz andere Aussichten in seinen Bann.

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Auf der Suche nach dem Hacker

Polizei durchsucht in Santo Domingo die Redaktionsräume von „El Siglo 21“

Die Digitaltageszeitung „El Siglo 21“ hat Auszüge aus der E-Mail-Korrespondenz der Präsidentengattin Margarita Cedeño de Fernández veröffentlicht, um zu beweisen, dass Staatsgelder illegal für den Wahlkampf von Cedeño de Fernández verwandt werden, die beim Urnengang am 20. Mai für das Amt der Vizepräsidentin kandidiert.

von Hans-Ulrich Dillmann, Santo Domingo, 11. Februar 2012

Mitglieder der Antiterroreinheit SWAT haben am Freitag in der dominikanischen Hauptstadt Santo Domingo die Redaktionsräume der digitalen Zeitung „El Siglo 21“ besetzt und durchsucht. Auch Steuerfahnder waren dabei anwesend. Der Server des Webportals ist seitdem abgeschaltet.

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Ohne Ruhepause

Nachruf auf die dominikanisch–haitianische Bürgerrechtlerin Sonia Pierre

Am 4. Dezember endete das kämpferische Leben von Sonia Pierre, die als Solange Pierre geboren wurde. Die Dominikanerin mit haitianischen Vorfahren starb im Alter von 48 Jahren nach einem Herzinfarkt.

von Hans-Ulrich Dillmann, ILA 352, 9. Februar 2012

Einige Menschen kämpfen ein bisschen, für andere ist das Engagement eine Phase. Dann gibt es noch diejenigen, die ihr Leben lang kämpfen – für Menschenwürde, gegen Diskriminierung und Rassismus, für eine andere Welt. Sonia Pierre war eine solche Frau. »Sie wird uns fehlen, aber wir werden unsere Arbeit im Sinne von Sonia weiterführen“, sagt Sirana von der Bewegung dominikanisch–haitianischer Frauen (MUDHA) mit Tränen in den Augen. Sonia Pierre hatte die Gruppe haitianischer MigrantInnen, die in der Dominikanischen Republik leben, mitgegründet.

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Flüchtlingstode vor der Küste

Mindestens 18 dominikanische Migranten bezahlten Ausreisewunsch mit dem Leben

Vor der Küste der Dominikanischen Republik sank ein Schiff mit illegalen Migranten auf dem Weg nach Puerto Rico. Es gab zahlreiche Tote.

von Hans-Ulrich Dillmann, Neues Deutschland vom 7. Februar 2012

Bei dem Schiffsunglück am Wochenende ertranken nach Informationen der dominikanischen Küstenwache mindestens 18 Personen, sechs Frauen und zwölf Männer, in der Bucht von Samaná. Zehn Überlebende mussten in Krankenhaus eingeliefert werden. Nach rund 40 weiteren Insassen des knapp 40 Meter langen umfunktionierten Fischerbootes werde weiter gesucht, sagte ein Sprecher des Zentrums für Notfalloperationen im dominikanischen Fernsehen.

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Filet mignon zwischen Trümmern

Haiti - Vor zwei Jahren zerstörte ein Erdbeben weite Teile Haitis.

Zwar haben inzwischen siebzig Prozent der obdachlos Gewordenen wieder ein Dach über dem Kopf, doch ansonsten hat sich auf der Karibikinsel nicht viel geändert.

Von Hans-Ulrich Dillmann, die wochenzeitung, Zürich, 12. Januar 2012

Mit einem ungläubigen Kopfschütteln antwortet die 19-jährige Stefanie Gilleaume auf die Frage, was sich seit dem schweren Erdbeben vom 12. Januar 2010 für sie positiv verändert habe. Sie und ihre Familie konnten damals nur das nackte Leben retten. Seither leben die Gil­leaumes in einem Zeltlager in der näheren Umgebung des internationalen Flughafens in der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince.

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Leicht entflammbar

Chile - Naturschutzpark fast abgebrannt

Ein junger Israeli steht in Verdacht, einen Waldbrand verursacht zu haben. Das führt zu einer Welle des Antisemitismus

von Hans-Ulrich Dillmann, Jüdische Allgemeine, 12. Januar 2012

Eine jugendliche Torheit und sträfliche Unachtsamkeit könnte man es nennen. Im chilenischen Naturschutzpark Torres del Paine verbrannte der israelische Rucksacktourist Rotem Singer Toilettenpapier. Wenig später stand eine 12.560 Hektar große Waldfläche, knapp sieben Prozent des Parque Nacional, in Flammen.

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»Poppa« und die Paralympics

Sir Ludwig Guttmann revolutionierte die Behandlung von Querschnittgelähmten – und initiierte die Paralympics

Es gibt Geschehnisse, die prägen einen Menschen und bestimmen seinen künftigen Lebensweg. Als der 18 Jahre alte Ludwig Guttmann 1917 in einer Bergwerksklinik im damaligen Schlesien als freiwilliger Krankenhelfer arbeitete, wurde auf seiner Station ein Bergmann eingeliefert. Er war nach einem Grubenunfall querschnittgelähmt.

von Hans-Ulrich Dillmann, RehaTreff, Januar 2012

»Da brauchst Du Dich nicht groß drum zu kümmern«, sagte ihm ein Pfleger, »der stirbt in ein paar Wochen.« Und in der Tat. Fünf Wochen später war der gelähmte Kumpel verstorben, an einer Harnwegsentzündung und am Wundfieber. Das Erlebnis in der Klinik habe, wie er später erzählte, seinen Berufswunsch wesentlich beeinflusst.

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Erdrutsch auf Karibikinsel

Jamaika - Sozialdemokraten machen das Rennen

Konservative Labour Party verliert überraschend Parlamentswahl. Ihre Nähe zu einem ausgelieferten Drogenboss wurde ihr zum Verhängnis

von Hans-Ulrich Dillmann, die tageszeitung, 31. Dezember 2011

Glaube versetzt Berge. Der tiefgläubige jamaikanische Ministerpräsident Andrew Holness muss jetzt diese bittere Erfahrung selber machen. Nach nur zwei Monaten im Amt muss der 39 Jahre alte Adventist und Spitzenkandidat der konservativen Jamaica Labour Party (JLP) künftig die Oppositionsbank drücken.

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Solange »Sonja« Pierre gestorben

Die dominikanisch-haitianische Menschenrechtlerin erlag einem Herzinfarkt

Im Alter von 48 Jahren ist am 4. Dezember in der dominikanischen Hauptstadt Santo Domingo Sonja Pierre an den Folgen eines Herzinfarktes gestorben. Die Menschenrechtlerin, Tochter haitianischer Einwanderer, hatte die Frauengruppe Movimiento de Mujeres Dominico-Haitiano (Mudha) gegründet und sich vor allem für die Rechte der haitianischen Einwanderinnen eingesetzt

von Hans-Ulrich Dillmann, Latin@rama, 6. Dezember 2011

Bereits im Alter von 13 Jahren organisierte Pierre Streiks haitianischer Zuckerrohrarbeiter und wurde deswegen nach Haiti deportiert, das Nachbarland der Dominikanischen Republik auf der zweitgrößten Karibikinsel Hispaniola. Für ihr Engagement wurde sie immer wieder inhaftiert, mehrmals musste sie aufgrund von Todesdrohungen vorübergehend das Land verlassen.

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Viel Süße für ein gutes Jahr

Wie kam das Obst zum Neujahrsfest? Und welche Sorte lässt sich am besten in Honig tauchen?

Am Anfang war ein Biss – und danach war nichts mehr wie zuvor. Der sündige Mundraub vom »Baum der Erkenntnis« hatte katastrophale Folgen: Die ungehorsamen Apfelbeißer Adam und Eva wurden aus dem Paradies geworfen.

von Hans-Ulrich Dillmann & Martin Krauss, Jüdische Allgemeine, 28.09.2011

Das Kernobstgewächs Malus aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae) steht – zumindest im christlichen Sinne – für Verlust. Allerdings taucht der Apfel in der biblischen Erwähnung erst im 13. Jahrhundert auf und geht auf ein lateinisches Wortspiel zurück, das das Übel (malus) mit einem ähnlichen Begriff in Verbindung bringt: Malus ist auch die lateinische Bezeichnung für Apfel.

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Die Hauptstadt der Obdachlosen

Die Aufräumarbeiten sind noch nicht abgeschlossen. Bis zu 300.000 Menschen sind vermutlich ums Leben gekommen

Noch immer bebt die Erde in Port-au-Prince. Auch knapp sieben Wochen nach der schwersten Erdbebenkatastrophe in der Geschichte des Landes laufen Menschen nachts in Panik aus ihren Häusern.

Von Hans-Ulrich Dillmann, die tageszeitung, 02.03.2010

»Ich traue mich nicht, in meinem Haus zu schlafen«, sagt Elta Kesner. Sie sitzt vor ihrem Haus in Bel Air, einem Stadtteil im Zentrum von Port-au-Prince. Derzeit schläft die fünfköpfige Familie in einem Zelt. »Bei jedem Geräusch schrecken wir auf«, berichtet die 43-Jährige.

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